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SGTK - Geschichte - Meilensteine - Erdöl

Erdöl

Erdöl wurde noch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vor allem für Petrollampen verwendet. Mit der Erfindung der Glühbirne 1882 durch Thomas Edison waren die zukünftigen Absatzmärkte für Erdöl gefährdet. Nur 14 Jahre später bauten Daimler und Benz das erste benzingetriebene Automobil, und der Markt für Erdöl war wieder gesichert. Der Siegeszug dieses Energieträgers war unaufhaltsam, und in der Schweiz wäre man natürlich froh über eigene Erdölvorkommen gewesen. Aus diesem Grund wurde eine Untersuchung des Schweizer Untergrundes auf Erdöl geplant und von der SGTK in den 30er und 40er Jahren in Angriff genommen. Das Resultat waren vier Bände mit dem Titel «Erdölgeologische Untersuchungen in der Schweiz». Ausschlaggebend waren vorerst private Arbeiten von Arnold Heim und A. Hartmann, welche aufgrund des Mangels von Schmierölen zu Ende des Ersten Weltkriegs verfasst wurden.

  • GS-26/1, H. E. Althaus (E. Rickenbach), 1947: Erdölgeologische Untersuchungen in der Schweiz, Teil I: Die ölführende Molasse zwischen Genfer- und Neuenburgersee. Über geologische Untersuchungen im Gebiet der ölführenden Molasse in Genf. - E. Rickenbach: Vorkommen von bituminösen Schiefern. Asphaltvorkommen. Erdgasvorkommen.
  • GS-26/2, A. Erni & P. Kelterborn, 1948: Erdölgeologische Untersuchungen in der Schweiz, Teil II: Ölgeologische Untersuchungen im Molassegebiet südlich Wangen an der Aare - Aarburg. - P. Kelterborn: Die Erdölfrage im Molassegebiet von Aarau und Umgebung.
  • GS-26/3, H. M. Schuppli, 1950: Erdölgeologische Untersuchungen in der Schweiz, Teil III: Ölgeologische Untersuchungen im Schweizer Mittelland zwischen Solothurn und Moudon.
  • GS-26/4, H. M. Schuppli, 1952: Erdölgeologische Untersuchungen in der Schweiz, Teil IV: Ölgeologische Probleme der subalpinen Molasse der Schweiz. Ölgeologische Probleme des Mittellandes östlich der Linie Solothurn-Thun.
  • GS-09, M. Frey, 1922: Die Asphaltlagerstätten im schweizerischen Juragebirge, mit besonderer Berücksichtigung des Val de Travers. 

Arbeitslosigkeit

Die Wirtschaftskrise der 30er Jahre traf auch die Geologen. Viele fanden (wie heute) keine Stelle. Die damalige «Eidgenössische Zentralstelle für Arbeitsbeschaffung» schlug deshalb eine neue feldgeologische Untersuchungskampagne der Molasse vor. Dazu wurden Sonderkredite bewilligt. Die Feldaufnahmen fanden unter der Aufsicht einer Erdöl-Expertenkommission von 1935 – 1938 statt.

Der zweite Weltkrieg

Auch im zweiten Weltkrieg war die Versorgung mit flüssigen Brennstoffen und Schmierölen nicht sichergestellt. Der Fund eines schweizerischen Erdölvorkommens wäre für die zuständigen Behörden eine grosse Erleichterung gewesen. Ein Ausschuss der SGTK und Experten, die aus dem Ausland zurückgekehrt waren, hielten die Erdölsuche im Jura für zwecklos und ein Vorkommen unter der Molasse für höchst unwahrscheinlich. Dennoch war kriegswirtschaftliche Bedeutung des Erdöls aber so gross, dass weitere Abklärungen vorgenommen wurden. Neben geophysikalischen und geologischen Untersuchungen wurden nun auch Bohrungen abgeteuft. Ein ausgedehntes Bohrprogramm für die Molasse konnte allerdings nicht finanziert werden. Man beschränkte sich auf eine Bohrung in der Nähe von Genf, welche vor allem die Gewinnung von Ausgangsstoffen für Schmieröle zum Ziel hatte.

Vorgehen bei den Untersuchungen

Die Untersuchungen der SGTK sollten keine geologischen Übersichtswerke zum Ziel haben, sondern spezifisch nach den damaligen Kenntnissen auf allfällige Erdölvorkommen ausgerichtet sein. Gerade deswegen sind diese Publikationen aber heute eine wertvolle Ergänzung zur die allgemeinen Geologie der Molasse.
Neben Kartierungen und Detailbeobachtungen kam eine Fülle von Informationen zusammen, womit sich die Aussichten für Erdölfunde recht gut abschätzen liessen.
Insbesondere wurden die stratigraphischen und die tektonischen Verhältnisse genau beschrieben, und die Lithologien auf die Anzeichen von Erdöl überprüft. Bei festgestellten erhöhten Gehalten an organischem Material im Gestein wurden Proben entnommen und chemisch analysiert.

Erdöl in der Schweiz

Im Bereich des Jura, des Mittellandes und der Nord-, beziehungsweise
Südalpen sind seit längerem zahlreiche Kohlenwasserstoffindikationen an der Oberfläche, in Tunnels und Stollen bekannt [Frick & Büchi, 1981; Greber et al., 1995].
Erwähnenswert sind die mit öl getränkten oder imprägnierten Molassesandsteine in der Umgebung von Aarau, Murgenthal, Yverdon-Orbe und im Kanton Genf. Bedeutende oberflächliche Erdgasaustritte wurden seit jeher in der Region von Cuarny VD, Giswil OW und in den Uferbereichen des Lage Maggiore [TI] beobachtet.

Letztere wurden sogar in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts als Motortreibstoff und zu Kochgaszwecken verwendet. Viele dieser Gasindikationen sind eindeutig thermokatalytischer Natur und stehen wahrscheinlich mit tiefer liegenden Vorkommen oder gasproduzierenden Zonen in Verbindung. Mit der an Bedeutung gewinnenden industriellen Nutzung von Erdgas und Erdöl wurde von den 20er Jahren an auch in der Schweiz intensiv mit professionellen Methoden nach diesen Energierohstoffen gesucht. Mit über dreissig Tiefbohrungen wurde der Bereich des Schweizer Mittellandes abgesucht, mit nur kleinem Erfolg.

Ansporn für die kostspielige und langandauernde Explorationsphase waren vielversprechende Funde in geologisch vergleichbaren Formationen in Süddeutschland und Oberösterreich [Brink et al. 1992]. Um die Explorationstätigkeit in der Schweiz zu koordinieren, wurde in den 6Oer Jahren die SWISSPETROL Holding AG gegründet. Die Beteiligungsgesellschaften> verfügten iiber kantonale Schürfkonzessionen und arbeiteten mit ausländischen Forschungspartnern zusammen.

Im Bereich der mittelländischen Molasse zeigten die Bohrungen Essertines- [VD, 1962/63] und Pfaffnau-Süd 1 (LU, 1964 die positivsten Resultate. Während aus der Bohrung Essertines-1 rund 100 Tonnen hochwertiges Erdöl gewonnen werden konnten, wurden bei Pfaffnau-Süd 1 einige Millionen Kubikmeter Erdgas aus der Unteren Süsswassermolasse abgefackelt [Swisspetrol 1975]. Im Alpenrandgebiet zeigten sich 1972/73 bei der Bohrung Linden-l [BE] erste Teilerfolge, als in Riffkalken des Malms Kondensatvorkommen in der Grössenordnung Von einigen Millionen Kubikmetern angetroffen werden.

Jedoch erst mit der Bohrung Entlebuch-1 (Finsterwald, LU, Titelbild Kapitel 101) wurde 1980 das bis heute einzige kommerziell ausgebeutete Gasvorkommen der Schweiz angebohrt. Aus dem verkarsteten Malm wurden im April l985 bis Juli 1994 insgesamt rund 75 Millionen Kubikmeter Gas und kleinere Mengen Kondensat gefördert.

Ob die Schweiz über weitere wirtschaftlich lukrative Kohlenwasserstoffvorkommen verfügt! ist letztlich eine Frage des Marktpreises dieser Energierohstoffe. Aus dieser Perspektive haben speziell die möglicherweise sehr tief liegenden Gasvorkommen unter dem nordalpinen Überschiebungsbereich [Gunzenhauser & Bodmer, 19931 sowie die Kohlenflözgase im Nordschweizer Permokarbon-Trog [Kempter, 1994; siehe auch im folgenden Abschnitt unter Kohlen und Tork Anthrazit] ein vielversprechendes Energiepotential für die Zukunft.