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Geschichte > Meilensteine > Die mineralischen Rohstoffe der Schweiz    
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SGTK - Geschichte - Meilensteine - Mineralische Rohstoffe der Schweiz

Mineralische Rohstoffe der Schweiz

Neben den wissenschaftlich interessanten Mineral- und Erzvorkommen waren es vor allem die wirtschaftlich nutzbaren Rohstoffe der Schweiz, deren Erforschung, Bewirtschaftung, Materialtechnik und Abbautechnik sich die Geotechnische Kommission immer wieder gewidmet hat und worüber sie verschiedene Arbeiten publiziert hat. Grosse Bedeutung erlangten die drei Ausgaben des Buches «Die nutzbaren Gesteine der Schweiz», herausgegeben 1934, 1949 und letztmals 1969 unter Francis de Quervain, dem damaligen Präsidenten der Geotechnischen Kommission und Professor für technische Petrographie an der ETH Zürich.

Zusammen mit dem 1967 ebenfalls von Francis de Quervain verfassten Buch «Technische Petrographie» und und em zusammen mit E. Kündig publizierten Werk «Fundstellen mineralischer Rohstoffe in der Schweiz galten sie lange Zeit als wichtige Nachschlagewerke für technisch orientierte und anwendungsspezifische Fragen bezüglich nutzbarer Gesteine in der Schweiz.

In den letzten 20 Jahren haben sich jedoch die Anforderungen an die Rohstoffe, die Abbautechniken und auch die Umweltschutzgesetze dermassen stark geändert, dass diese Bücher den heutigen Bedürfnissen nicht mehr genügten. In den Neunzigerjahren wurde deshalb von einem Autorenkollektiv unter der Leitung von Rainer Kündig, dem Geschäftsführer der Geotechnischen Kommission, eine vollständige Neubearbeitung des Themas in Angriff genommen.

1997 wurde das über 500 Seiten starke Buck «Die mineralischen Rohstoffe der Schweiz» veröffentlicht, das in 14 Kapiteln zu allen wichtigen Fragen der Rohstoffnutzung und -versorgung Auskunft gibt und sich einer grossen Beliebtheit erfreut.

Über den Inhalt dieses Buches informiert eine Zusammenfassung auf unserer Homepage unter 'Produkte' -> 'Die mineralischen Rohstoffe der Schweiz'.

Mineralische Rohstoffe: Definition – Wirtschaftliche Bedeutung

Als mineralische Rohstoffe werden Materialien bezeichnet, die sich im Laufe der Erdgeschichte durch geologische Prozesse bildeten (Anreicherung bestimmter Stoffe) und sich in geologischen Zeiträumen (Jahrmillionen) erneuern – im weiteren Sinn werden sie oft auch als Bodenschätze bezeichnet. Sowohl mengenmässig wie auch umsatzmässig bilden mineralische Rohstoffe weltweit Milliardenmärkte und beschäftigen direkt oder indirekt Millionen von Arbeitskräften.

Eine Mengen- und Wertbetrachtung der wichtigsten mineralischen Rohstoffe der Welt ist in Abbildung unten zusammengestellt (nach Lawatscheck, 1990). Die mineralischen Rohstoffe werden dabei unterteilt in «Industrieminerale», «Energierohstoffe» und «Metallische Rohstoffe». Von der Fördermenge her stehen die Industrieminerale weltweit an der Spitze, wertmässig werden sie von den Energierohstoffen jedoch übertroffen. Viele Rohstoffe sind Massengüter, die aufgrund von Normen und Typisierungen funktionell austauschbar sind.

Der «Wert» eines Rohstoffes drückt sich in erster Linie durch den Preis aus, der seinerseits vom Markt abhängig ist (Wettbewerb). Faktoren, die den Wert eines Rohstoffes entscheidend beeinflussen sind: die globale Verteilung des Rohstoffes, mengenmässige Einschränkungen (natürlich und künstlich), die Art der Verwendung (Verbrauchsentwicklung, Konsumverhalten, Recycling, mögliche Substitution), sowie auch politische Aspekte (sogenannte strategische Rohstoffe).

Je nach den geologischen Gegebenheiten können diese Rangfolgen natürlich von Land zu Land beträchtlich schwanken (Geopotential). Einzelne abbaubare Rohstoffgruppen – beispielsweise Erdöl in der Schweiz – können gänzlich fehlen, andere können nur noch historische Bedeutung haben.

Nicht berücksichtigt in der «Rohstoffschlange» Abbildung unten) sind das Grundwasser (sicher einer der lebenswichtigsten Rohstoffe), alternative Energieträger (z.B. Geothermik, Sonnenenergie) und neue Werkstoffe (z.B. Polymere). Ferner fehlen sekundäre mineralische Rohstoffe, d.h. Rohstoffe, die in einem Recycling-Prozess (beispielsweise Bahnschotter) entstehen können, oder Rohstoffe, die indirekt durch andere Bauvorhaben anfallen (beispielsweise im Tunnelbau).

Abbaubare Rohstoffe in der Schweiz

Die Bedeutung mineralischer Rohstoffe in der Schweiz, allgemein die Bedeutung der Industrie der Steine und Erden, wird oft verkannt: einerseits aus mangelnder Kenntnis der technisch-industriellen Herstellungs- und Fertigungsprozesse von alltäglichen Produkten (Baustoffe, chemische Produkte, Landwirtschaft etc.), andererseits durch die Beeinflussung durch die Medien, beispielsweise durch ungeschickte oder auch irreführende Presseartikel.

Fertigestellte Bauwerke stossen meist auf viel mehr öffentliches Interesse als die Baustoffe, aus denen sie hergestellt werden. Der volumenmässig und marktwirtschaftlich grösste Anteil mineralischer Rohstoffe entfällt dabei auf den Bausektor (Kies, Sand, Natursteine, Gips, Zement, Betonprodukte, Mörtel und Putze, Backsteine und Dachziegel).

Aber auch als Zuschlagstoffe in vielen anderen Industrien werden mineralische Rohstoffe eingesetzt, beispielsweise in der Eisen- und Stahlindustrie (Giessereiformstoffe), in der Landwirtschaft (Dünge- und Futterzusätze), in der Papierindustrie (Füllstoffe) und in der chemischen Industrie. Exemplarisch kann dies am Beispiel der Verwendung von Kalziumkarbonat (Kalk, Mergel, z.T. Dolomit) sehr schön illustriert werden (siehe Abbildung).

Für die Industrie der Steine und Erden gelten Rohstoffe dann als abbaubar, wenn der Abbau mit heutiger Technologie möglich ist, die Verwertung unter tragbarem finanziellem und zeitlichem Aufwand realisierbar ist, und wenn deren Nutzung nicht mit anderen Interessen kollidiert.

Gerade der letzte Punkt bietet oft die grössten Schwierigkeiten, treffen doch in der dichtbesiedelten Schweiz, vor allem im Mittelland, verschiedenste Nutzungsansprüche des Untergrundes aufeinander. Die vielfältigen Einschränkungen, welchen ein Rohstoffabbau unterworfen ist, wurden bereits 1986 am Beispiel Kies in einer Nationalfondstudie aufgezeigt und kartographisch umgesetzt (Jäckli und Schindler, 1986).

Seit geraumer Zeit stellt man eine zunehmende Mangelsituation fest: einerseits sind in manchen Kiesgebieten die Vorräte weitgehend oder vollständig abgebaut, andererseits kollidiert die Nutzung der Rohstoffe mit anderen Interessen und Bedürfnissen (z.B. Gewässerschutz, Siedlungsraum), wodurch sich die tatsächlich abbaubaren Reserven ganz wesentlich reduzieren.

Es wurde schon früh darauf hingewiesen, dass, unter Beibehaltung der geltenden Gesetzesauflagen und des fortschreitenden Materialabbaues, die Rohmaterialversorgung einem theoretischen Endpunkt zuläuft (siehe Abbildung). Ähnliche Szenarien gelten auch für andere Rohstoffgruppen.

Die Herstellung von Baustoffen ist im Allgemeinen mit Hochtemperaturprozessen, das heisst mit hohen Energieeinsätzen, verbunden (Bindemittelindustrie, Ziegelindustrie). Ebenso handelt es sich meist, sowohl von den Rohstoffen wie auch von der Produkteseite her um schwere Stoffe mit beschränkter Wertschöpfung, wo sich die Transportkosten im Verhältnis zum Materialwert ungünstig verhalten.

Diese Faktoren beeinflussen die Standortwahl von Produktionswerken ganz entscheidend. Die Produktionsstandorte für die Ziegelindustrie liegen beispielsweise alle entlang des Juras und im Mittelland, nahe den wichtigsten Abbaustellen (Tone, Mergel) in der Molasse.


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