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SGTK - Geschichte - Meilensteine - Tonlager

Tonlager

Ton wurde schon sehr früh in der Menschheitsgeschichte zu Gewerbe- und Bauzwecken verwendet. Die Römer errichteten in der Schweiz vollständige Gebäude aus Tonziegeln. Heute wird der Werkstoff vor allem in Dachziegeln verwendet.

Im Jahr 1894 verfasste Prof. L. v. Tetmajer, damaliger Direktor der Eidgenössischen Materialprüfungsanstalt, einen Programmentwurf zur Untersuchung der schweizerischen Tonlager. Der Vorschlag wurde dem schweizerischen Zieglerverein unterbreitet. Die Untersuchungsresultate sollten an der Kollektivausstellung dieses Vereins an der Genfer Landesausstellung von 1896 präsentiert werden.
Der Programmentwurf bestand im wesentlichen aus zwei Teilen:

1. Untersuchungen zu den Qualitäts- und Festigkeitsverhältnissen der Fertigprodukte der schweizerischen Tonwarenindustrie.
2. Untersuchung der schweizerischen Tonlager nach geologischen und geotechnischen Gesichtspunkten.

Die Kosten der wissenschaftlichen und technischen Arbeiten wurden vom Bund, des Zentralkomitees der Landesausstellung, des schweizerischen Zieglervereins und des schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins übernommen.

Zu Beginn des Jahres 1902 war die Untersuchung von 455 Tonvarietäten beendet. Die Resultate wurden mit zugehöriger Brennprobe und Kartenausschnitt den jeweiligen Tonlagerbetreibern zugestellt und in der eidgenössischen Prüfungsanstalt archiviert.

Im Jahr 1900 beschloss die SGTK auf Anregung von L. v. Tetmajer, die übrigen Tonlager der Schweiz zu untersuchen, die nicht den Mitgliedern des schweizerischen Zieglervereins gehörten. Das Ziel war eine umfassende Darstellung der Tonlager der Schweiz. Dazu wurden alle Gemeindeammannämter oder Gemeindekanzleien angeschrieben und gebeten, sämtliche auf Gemeindeland liegenden Tonlager bekannt zu geben. Auf diese Weise konnten 647 Tonlager registriert werden.

Die Untersuchungen dauerten bis 1905 und umfassten 418 Tonvarietäten. Ausserdem wurde eine Tonkarte der Schweiz hergestellt, in der die Tonlager nach ihrer Entstehungsart unterschieden wurden. Dem geologischen und geotechnischen wurde noch ein volkswirtschaftlicher Teil angehängt.

Darstellung der Resultate

Die Monographie "Die schweizerischen Tonlager" ist in drei Teile gegliedert:
1. Geologischer Teil
2. Technologischer Teil
3. Volkswirtschaftlicher Teil

Im ersten Teil wird die Beschreibung der Tonlager nach Kantonen gegliedert. Die Lage jedes Tonlagers wird in einem Kärtchen gezeigt und im Text genau beschrieben. Darauf folgt eine detaillierte Darstellung der horizontalen Ausdehnung, der Beschaffenheit und der vertikalen Gliederung. Ebenfalls angeführt wird die Entstehung der Tonlagerstätte, sowie technische und historische Angaben.

Der zweite Teil beschreibt die Untersuchungsmethoden im Labor und die Resultate der Untersuchungen

Die Analysen erbrachten Resultate zu folgenden Aspekten:

Plastizitätsverhältnisse
Schwindungsverhältnisse
Dichtigkeitsverhältnisse
Gewichtsverhältnisse
Festigkeitsverhältnisse
Lösliche Salze und Ausblühungen
Brandfarbe
Pyrometrische Verhältnisse
Einteilung der Tone

Die Untersuchungsmethoden werden detailliert beschrieben und sämtliche Resultate tabellarisch dargestellt und im Text ausführlich besprochen.

Der dritte Teil der Monographie beschäftigt sich mit der volkswirtschaftlichen Bedeutung der Tonlagerstätten in der Schweiz. Darin werden geschichtliche Angaben zur Verwendung des Tones gemacht; Statistisches zu Produktion und Handel und
Allgemeines zur wirtschaftliche Betrachtungen im Zusammenhang mit dem Werkstoff Ton abgehandelt.

Neuere Tonlager–Untersuchungen

Im Jahre 1907 gab die Geotechnische Kommission das wohl umfassendste Nachschlagewerk zu Tongesteinen und deren Verwendung für die damals mit über 350 Produktionsstätten sehr bedeutende Ziegelindustrie heraus: Die schweizerischen Tonlager. Verfasst wurde das Werk von E. Letsch, B. Zschokke, L. Rollier, R, Moser unter Mitwirkung von U. Grubenmann, dem damaligen Präsidenten der SGTK. Integriert war auch eine Karte der schweizerischen Tonlager und Ziegeleien im Massstab 1:530'000.

Die beschränkte Verfügbarkeit der qualitativ guten Tonlager bedingte ein Ausweichen auf Festgesteine wie Mergel oder Tonschiefer. Transportbedingt und aufgrund neuer Verarbeitungstechniken fand auch ein Trend zu immer grösseren und leistungsfähigeren Produktionsanlagen statt, so dass viele Klein- und Kleinstziegeleien den Betrieb aufgeben mussten. In den grösseren Betrieben wurden in den Sechzigerjahren die Anforderungen an die Rohstoffe immer strenger vorgeschrieben, um eine optimale Qualität der gebrantten Produkte zu erreichen. Dies setzte natürlich auch verbesserte Kenntnis und neuere Untersuchungsmethoden potentieller Rohstoffe voraus. Die SGTK veröffentlichte dazu verschiedene Publikationen:

Untersuchungen über die Verwendbarkeit schweizerischer Rohstoffe als Bindetone für Giessereiformsande. F. Hofmann & Tj. Peters, 1969, Geotechnische Serie Nr. 47
Mineralogische Untersuchungen über das Brennverhalten von Ziegeltonen. Tj. Peters & J.-P. Jenni, 1973, Geotechnische Serie Nr. 50

  • Vorkommen, petrographische, tonmineralogische und technische Eigenschaften von Bentoniten im schweizerischen Molassebecken. F. Hofmann, U. P. Büchi, R. Iberg & Tj. Peters, 1975, Geotechnische Serie Nr. 54
  • Tonmineralogische Untersuchungen an Glazialmergeln von Zollikofen und an aquitanen Tonen und Mergeln von Pieterlen. Tj. Peters, 1961, KM-23
  • Tonmineralogische Untersuchungen an Opalinustonen und einem Oxfordienprofil im Schweizer Jura. Tj. Peters, 1962, Kleinere Mitteilungen Nr. 26
  • Tonmineralogische Untersuchungen an einem Keuper-Lias-Profil im Schweizer Jura (Frick). Tj. Peters, 1964, Kleinere Mitteilungen Nr. 32
  • Mineralogische Untersuchungen an einigen schweizerischen Ziegeleirohstoffen. Tj. Peters, 1969, Kleinere Mitteilungen Nr. 46

Mineralogische und technologische Untersuchungen an Ziegeltonen aus der Molasse der NE-Schweiz. Tj. Peters, Th. Mumenthaler & J.-P. Jenni, 1972, Kleinere Mitteilungen Nr. 57
Ende der Siebzigerjahre wurden vermehrt auch alternative Rohstoffe in der Ziegelindustrie eingesetzt. Es galt die technisch-physikalischen Eigenschaften von solchen Alternativmaterialien zu prüfen. Wiederum erschienen einigen wichtige Beiträge dazu in der Geotechnischen Serie der SGTK:

  • Zusammensetzung und Verwertbarkeit von schweizerischen Kiesschlämmen im hydrothermalen Härtungsprozess. Th. Mumenthaler, 1979, Geotechnische Serie Nr. 58
  • Kiesschlammverwertung, ein Beitrag zur Nutzbarmachung und Bewirtschaftung stark verlehmter Kiesvorkommen. Th. Mumenthaler, Tj. Peters & R. Iberg, 1987, Geotechnische Serie Nr. 71
  • Das Mikrogefüge grobkeramischer Scherben. Ch. Meyer, B. Kaufmann & H. J. Keller, 1984, Geotechnische Serie Nr. 63
  • Verwendbarkeit karbonatreicher Mergel als Rohstoff für die Herstellung hydrothermalgehärteter Baustoffe / Das Mikrogefüge hydrothermalgehärteter Erzeugnisse. (1999, in Bearbeitung, noch nicht erhältlich)
    Auch die geotechnischen Eigenschaften von Tongesteinen standen für einzelne Publikationen in der Geotechnischen Serie im Vordergrund:
  • Interpretationsversuch des Scherverhaltens reiner Tone auf Basis von Texturuntersuchungen. U. Sonderegger, 1985, Kleinere Mitteilungen Nr. 76
  • Langzeitquellverhalten von Tongesteinen und tonigen Sulfatgesteinen. F. T. Madsen & R. Nüesch, 1990, Kleinere Mitteilungen Nr. 85

 


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