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SGTK - Geschichte - Meilensteine - Vererzungen

Vererzungen

An den Landesausstellungen 1883 in Zürich, 1896 in Genf und 1914 in Bern wurden die Rohstoffe in der Schweiz, insbesondere die Vererzungen ausführlich geschildert (siehe auch Chronologie, Gründung der SGTK). Daraus resultierten die ersten Übersichtskarten 1:500'000 (von Weber & Brosi), welche zusammen mit Exponaten mineralischer Rohstoffe auf grosses Interesse stiessen. Zu diesen Karten wurden jeweils auch kurze Erläuterungstexte publiziert. Die einheimischen mineralischen Rohstoffe gewannen damit beträchtlich an Bekanntheit. Zu den frühen Veröffentlichungen, die von verschiedener Seite erfolgten, gehören:

  • H. Gerlach (1873): Die Bergwerke des Kantons Wallis. - Verlag A. Galerini, Sitten.
  • J. Weber & A. Brosi (1883): Karte der Fundorte von Rohprodukten in der Schweiz, 1:500'000, mit Text «Rohprodukte und deren Fundorte in der Schweiz» von H. Streng 1884. - Zeitschr. f. Schweiz. Statistik, Bern.
  • M. L. Duparc (1896): Notice sur les exploitations minérales de la Suisse. - Ed. Philippe Dürr, Genève.
  • H. Bühler - de Florin (1906): Schweizer Erz-Bergbau. - J. F. Meissner, Verlag der Zeitschrift «Der Erz-Bergbau», Frankfurt a.M.
  • C. Schmidt (1910): Die Eisenerzvorräte der Schweiz (Sonderdruck aus «The iron ore ressources of the world», Geol. Kongress, Stockholm.
  • H. Preiswerk (1916): Bergbau, mineralische Rohstoffe. Fachberichte zur Schweiz. Landesausstellung in Bern, 1914. - Orell Füssli.
  • C. Schmidt (1917, 1920): Erläuterungen zur Karte der Fundorte von Mineralischen Rohstoffen in der Schweiz, mit Karte 1:500'000.- in Kommission A. Francke, Bern; C. Schmidt (1920): Texte explicatif de la carte des matières premières minérales de la Suisse. - Birkhäuser & Cie., Basel.
  • H. Walter (1923, 1924, 1925): Bergbau und Bergbauversuche in den fünf Orten. 3 Teile. - In: Der Geschichtsfreund, Mitteilungen des hist. Vereins der fünf Orte, Band 78, 79 und 80, Stans.

Aufbauend auf diesen Werken wurde in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts, vor allem aber während der beiden Weltkriege und in den Krisenzeiten der dreissiger Jahre, sowohl von privater Seite (z.B. Stahlindustrie) wie auch durch den Bund (Büro für Bergbau des Eidgenössischen Kriegs-, Industrie- und Arbeitsamtes) und durch Arbeits- und Studiengesellschaften (z.B. Studiengesellschaft für die Nutzbarmachung schweizerischer Lagerstätten mineralischer Rohstoffe) intensiv auf Rohstoffvorkommen prospektiert. Auch bereits bekannte Vorkommen wurden dabei - speziell während der Kriege - neu untersucht und einige davon auch abgebaut. Viele dieser Untersuchungsberichte sind in speziellen Schlussberichten oder in den Serien der Geotechnischen Kommission veröffentlicht worden. Wichtige Publikationen aus dieser Zeit sind:

  • Fehlmann, H. (1919): Der schweizerische Bergbau während des Weltkrieges. - Schweiz. Volkswirtschaftsdepartement, Bergbaubüro, Verlag Kümmerly & Frey.
  • Fehlmann, H. (1947): Der schweizerische Bergbau während des II Weltkrieges. Büro für Bergbau des eidg. Kriegs-, Industrie- und Arbeitsamtes.
  • E. Kündig & F. de Quervain (1941, 1953): Fundstellen mineralischer Rohstoffe in der Schweiz, (erweiterte Neuauflage 1953); mit Karte 1:600’000). Es handelt sich dabei um eine Neufassung des Werkes von C. Schmidt (1920), siehe oben.

verschiedene Autoren (1923-1978): Die Eisen- und Manganerze der Schweiz. Insgesamt 11 Bände mit verschiedenen Schwerpunkten. - Beitr. Geol. Schweiz, geotech. Ser. 13/1 bis 13/11.

Eine sehr schöne Referenzsammlung mit Erzproben zum schweizerischen Bergbau während der Weltkriege ist bei der Schweizerischen Geotechnischen Kommission vorhanden, alle wichtigen Akten der Tätigkeit des Büros für Bergbau sind bei der Schweizerischen Geologischen Dokumentationsstelle aufbewahrt (Adressen siehe unten).
Nachdem sich die Rohstoffverknappung nach dem zweiten Weltkrieg entschärfte, hielten nur noch wenige einheimische Produzenten mineralischer Rohstoffe ihren Betrieb aufrecht. Die letzten beiden Eisenerzbergwerke (Gonzen und Herznach) wurden in den sechziger Jahren geschlossen. Lediglich Vorkommen von Steinen und Erden wurden (und werden) weiterhin industriell genutzt. Wirtschaftlich nutzbare Erzvorkommen in bezug auf heutige, moderne Abbautechnik wurden in den letzten Jahrzehnten keine entdeckt, jedoch sind, angeregt durch neue Erkenntnisse und Modelle in der Lagerstättenkunde sowie dank neuen Erkenntnissen in der Erz-/Mineralanalytik, viele Erzvorkommen wissenschaftlich neu untersucht worden. Damit verbunden war zeitweilig auch eine intensive Suche nach nutzbaren Vorkommen von Atombrennstoffen und Elementen für die Stahlveredlung (z.B. W, Mo). Verschiedene Publikationen sind in dieser Zeitspanne entstanden (zum Teil innerhalb nationaler Forschungsprogramme). Einige wichtige Publikationen aus dieser Zeit sind:

  • F. de Quervain (1934, 1949, 1969): Die nutzbaren Gesteine der Schweiz. - Schweiz. Geotechn. Kommission.
  • R. L. Parker (1954, 1973): Die Mineralfunde der Schweiz. Nachfolgewerk von J. G. Koenigsberger, P. Niggli & R. L. Parker (1940): Die Mineralien der Schweizer Alpen. - Wepf & Co., Basel.
  • F. Gilliéron (1988): Zur Geologie der Uranmineralisationen in den Schweizer Alpen. Mit Karte 1:500'000 der Radioaktivitätsmessungen, radiometrischen Anomalien und Uranvorkommen der Schweizer Alpen von F. Gilliéron & T. P. Labhart. - Beitr. Geol. Schweiz, geotech. Ser. 77.
  • R. Woodtli, F. Jaffé & J. von Raumer (1987): Prospection minière en Valais: le projet Uromine. - Beitr. Geol. Schweiz, geotech. Ser. 72.
  • W. Epprecht (1958): Unbekannte schweizerische Eisenerzgruben sowie Inventar und Karte aller Eisenerz- und Manganerz-Vorkommen der Schweiz. - Beitr. Geol. Schweiz, kl. Mitt. 19.
  • Ch. Wenger, R. Steiger & F. Bianconi (1990): Karte der mineralischen Rohstoffe der Schweiz 1:200'000, Blatt Tessin-Uri, mit Erläuterungen. - Schweiz. Geotechn. Kommission.

Schweizerische Geotechnische Kommission (ab 1987): «Rohstoffinventar» - Datenbank zum Inventar der mineralischen Rohstoffe der Schweiz (siehe nachfolgender Text).Daneben existieren sehr viele Einzelpublikationen, die einzelne Vorkommen oder ganze Regionen sowohl aus lagerstättenkundlicher als auch aus historischer Sicht beschreiben (ca. 40 Publikationen innerhalb der Beiträge der Geotechnischen Kommission; «Geotechnische Serie» und «Kleine Mitteilungen»).

Rohstoffinventar der Schweiz

In jüngster Zeit ist eine umfangreiche Datenbank, das Rohstoffinventar» im Aufbau. Zur Zeit (1999) sind über 1000 Datensätze vorhanden. Das Kernstück dieses Projektes bildet eine in verschiedenen Richtungen offene Datenbankstruktur (File-Maker). Eintragungen in 59 Datenfelder pro Stammdatensatz ermöglichen mannigfaltige Abfragen betreffend Geographie, Geologie, Vererzung, wichtigen bergbaulichen Daten sowie auch nach entsprechender Primärliteratur (allein die Literaturdatenbank enthält z.Z. rund 1000 Referenzen aus den Bereichen «Vererzungen» und «Mineralische Rohstoffe»).

Basierend auf dieser Datenbank werden periodisch die wichtigen Rohstoffvorkommen in sogenannten «Karten der Vorkommen mineralischer Rohstoffe der Schweiz» im Massstab 1:200’000 zusammen mit umfangreichen Erläuterungen publiziert (siehe Karten & Bücher -> Rohstoffkarten). Kartengrundlage bildet eine lithologische Zusammenfassung und Uminterpretation geologischer Karten, welche auf die chemisch-mineralogischen Aspekte der Vererzungen abgestimmt ist und welche auch den wichtigen Bezug zu tektonischen Strukturen enthält.

Über dieser Grundlage sind Symbole für die einzelnen Rohstoffvorkommen gedruckt, die durch Form und Farbe wichtige Angaben, wie Hauptelemente, Mineralvergesellschaftung, Morphologie, Grösse und Erschliessungsgrad der einzelnen Rohstoffvorkommen zeigen. Über eine Kennzahl sind die Symbole mit Erläuterungstext und Datenbank verknüpfbar.

So steht nun seit einiger Zeit nicht nur der Wissenschaft, sondern auch interessierten Laien eine breite Datenbasis über Vererzungen und mineralische Rohstoffe in der Schweiz zur Verfügung. Alle oben erwähnten Publikationen können – falls nicht via Bibliothek erhältlich – bei der SGTK eingesehen werden (mit Voranmeldung). Die Mitarbeiter beraten sie gerne auch bezüglich weiterer Literatur oder Kontaktstellen. In diesem Zusammenhang seien einige weitere nützliche Adressen aufgeführt:

  • Schweizerische Geologische Dokumentationsstelle (SGD),Worblentalstr. 32, 3063 Ittigen b. Bern (umfassendes geologisches Archiv, inkl. Akten und Berichte zur Bergbautätigkeit während der Weltkriege)
  • Studiengesellschaft für die Nutzbarmachung schweizerischer Lagerstätten mineralischer Rohstoffe, c/o Prof. Tj. Peters, Mineralogisch-Petrographisches Institut, Baltzerstrasse 1, 3012 Bern (Studien und Untersuchungen zu Abbauwürdigkeit und Verwertung schweiz. Lagerstätten; heute vermehrt auch Studien und Projekte in Richtung von Verwertung von «Abfallprodukten» und deren Einbezug in verschiedene Herstellungsprozesse).
    Eisenbibliothek (Stiftung der Georg Fischer AG), Klostergut Paradies, 8246 Langwiesen (Archiv der Studiengesellschaft (siehe oben); zahlreiche unpubl. Berichte; Fachbibliothek)
  • GeoForum CH, ETH-Zentrum-NO, 8092 Zürich (Auskunfts- und Kommunikationsplattform bezüglich Geowissenschaften: http://www.geoforum.ch).

Verschiedene Zweige der rohstoffverarbeitenden Industrie haben sich in Fachgruppen, Gesellschaften und Dachverbänden vereinigt, deren Auflistung diesen Rahmen sprengen würde.
Die geschichtlichen Aspekte der Bergbauforschung vor dem 20. Jahrhundert sind hier weggelassen, dafür sei auf Experten aus den Fachrichtungen Geschickte, Archäologie, Industriearchäologie und Technik verwiesen. Es existieren zahlreiche kantonale und kommunale Archive, Bibliotheken und Museen. Besonders erwähnenswert sind die «Schweizerische Gesellschaft für historische Bergbauforschung SGHB » in Basel (www.sghb.ch), der «Verein der Freunde des Bergbaus in Graubünden und der übrigen Schweiz» in Davos oder die Arbeitsgruppe für Eisenarchäologie.

Auch die grossen Zeitungsarchive oder Sozialarchive, wo immer wieder in bezug auf Bergbau und Bergbautätigkeit überraschende Entdeckungen gemacht werden können, verdienen einen gelegentlichen Besuch.
(Diese Zusammenstellung basiert Artikel von R. Kündig, erschienen in «Minaria Helvetica» Nr. 14a, 1994)


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